ich bin das material der dichter

ich ess’ mich auf
im vollen lauf,
die bremse angezogen,
das sein belogen.

horte worte festgeplattet
und ermattet,
kann nichts löschen
von den fröschen

in dem hals,
vor lauter bäumen eines walds
nichts bei mir halten
und schon gar nicht nichts verwalten.

sinke aus der leere
in das nichts
der schwere
eines lichts,

reihe leise,
unbemerkt und leck’
den dreck
aus versen einer reise

in das nirgends, nie,
geh’ auf die knie
vor chaotischen altären,
nicht fähig mich zu wehren

gegen mich,
das ich
und das verheeren
in seinem sündigen begehren.

suche ist die sucht,
flügel eine flucht,
das ausscheiden
raus zu schreien.

ich bin das material
der dichter,
bin prinzipal
und reiter ihrer richter,

bin henker an dem strang,
gehenkter viel zu lang.
verdichte und belichte
in verse, was ich sichte,

sammle und vergammle,
wo ich verrammle
die türen und die fenster
gegen die gespenster,

die ich nicht rief,
kein zauberlehrerlehrling.
zu tief
bin ich der saubermann und hering,

der karpfen,
der im hecht’gen teich
inszeniert das warten
auf den letzten streich,

auf das ewige des wenigen,
auf kontinuität des stehenden,
des laufes nicht
und leichteres gewicht.

ich will, ich kann, ich soll,
bin still und krank und toll.
ich würde, wenn ich stürbe,
und wäre zierde dieser bürde.

noch nicht, doch schon,
hisst flaggen mir der hohn,
von beruf der sohn,
doch ohne lohn

für garnichts,
für untersuchungshaft des strichs,
der mich befreite
von dem, dem ich es weihte:

jedem wort
an jedem ort,
schon fort und nicht mehr hier
in dieser lounge der gier.

ich will nichts wissen,
mich darin verpissen.
ich will doch alles
auf den häufen dieses walles.

will mich verstecken
im verrecken
an dornröschens hecken
und: ... will daran lecken.

[050501.00:41]

[ögyr liest: mp3]

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