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DREI
„Drei“ ist eine tragische Komödie über drei höchst unterschiedliche Männer die allesamt einer möglichen Entlassung ins Auge schauen müssen.
Mit Oliver Hermann, Tom Keller und Matisek Brokhues - Regie: Franziska Steiof.
Aufführungstermine
„Man ist mehr als Mann
DeichArt hielt mit der tragischen Komödie „Drei“ in der Hansastraße 48 Männern den Spiegel vor.
Da wird das „starke Geschlecht“ schwach und sentimental, beim brüderlichen Bier Bestellen zu dritt am Tresen, bei der Fußballhymne „You’ll never walk alone“. Und der Mann im Publikum der Hansastraße 48 schluckt, fühlt sich erkannt, weint vielleicht eine heimliche Träne, wenn er seine Ängste, die er mit seit der Kindheit verordneter Stärke so halb und halbherzig zu verbergen suchte, auf der Bühne seziert findet. Drei Männer setzt Regisseurin Franziska Steiof nicht an den Stammtisch, sondern auf drei Baumstämme. Denn hier geht’s an die Wurzeln, nicht nur an die des Schwanzes, mit dem der Mann bekanntlich häufiger denkt als mit dem Kopf. Entlassungen drohen in einem dieser New Economy Betriebe und setzen Nachdenkpotenziale frei. Die alten kantianischen Fragen: Was kann ich wissen, was darf ich hoffen?
Rüdiger (Oliver Hermann) führt den Darwinismus der Primaten ins Feld, betet in entlarvender Stringenz das „Men’s Health“-Vokabular herunter. Thorsten (Matthias Harrebye Brandt) mimt den Systemberater, den noch keine Frau weniger virtuell als ein Computer wachküsste. Der Dritte im Bunde dieses lehrstückhaften Theaters um zerbröselnde Geschlechterrollen ist Felix (Tom Keller), alleinerziehender Sachbearbeiter mit Buckelreflex.
Doch keinen „Top Dogs“-Neuaufguss präsentieren die DeichArtisten, die ihr Stück „Drei“ aus Improvisationen entwickelten, die Franziska Steiof mit einem weniger feministisch kritischen als vielmehr äußerst liebevollen Blick auf den selbstverhärmten Mann in Theatertext fokussierte. Die Arbeitsplatzbedrohung bietet nur die Folie für einen instruktiven Diskurs über Männerfantasien vom schnellen Abenteuer-Fick bis zur trauten Familie ohne Sorgen. Der Mann von heute ist vor allem überfordert von den selbst gestellten Anforderungen. Ein Schwächling, der stark sein könnte, wenn er endlich einmal Schwäche zuließe.
In der Schwäche, dem biegsamen Nachgeben auf den drei Sitz- und Aktionsstämmen der Bühne, sind die „Drei“ grandios, stellen Fragen an das Sein, die nicht nur Männer bewegen. Wo dabei die Tragik und der Albdruck der Verharrungsträume Tränen treiben, weil man(n) „von Sackgassen umzingelt rennt, wohin man nie hin wollte“, kommt auch die Komik nicht zu kurz. Die Zeit ist reif zum Lächeln über sich selbst. DeichArt weiß wie und könnte damit selbst Unternehmensberater für theatralische Synergie gewinnen.“ (Kieler Nachrichten)
Besprechung im Hamburger Abendblatt
Besprechung in der Hamburger Morgenpost
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