Do, 7.1.10 (Fr, 8.1.10, 2:32): Nachtsteuerung

“Plan, nichts mehr zu planen”, hieß die Losung vor 10 Jahren – und Stunden. Und heute morgen mutete es so an, dass wir damit durchkommen könnten. Klar: Solches Berserkertum könnte noch ein paar Tage weiter reiten. Dem kommen wir durch Absatteln zuvor, damit die Pferde freier reiten und wir ihnen – einst – die Zügel statt der Flügel anlegen können.

Am Morgen, der längst Mittag ist, habe ich noch Angst vor diesem Unterfangen. Zitternd an Lillys Lenden nochmal unter den Bettdecken. Das Einssein drängt zu sehr nach Entzweiung. So gehen wir auseinander, ich bleibe nicht auf dem Bahnsteig, bis der Zug ihn verlässt. Winken ist unser Geschäft nur in der Erahnung. Ein Symbol.

Durch den Schleckerschnee zurück, hoffend, dass Lilly vielleicht den Ausstieg aus diesem Atomprogramm unvernünftig übte, zurückkäme, aber auch wollend, dass sie den Weg geht, ihren. Den ich nur begleite. Und was heißt schon “nur”?

Am Nachtruder durch die Steuer-Berechnung für null-hab-acht. Zahlen, die sich auszahlen. Eine Verrichtung, die unpoetischer nicht sein könnte. An deren Ende daher noch dieses in den Skizzenblock des schon Schlummernden gedichtet, direkt in den Text, der meine Hirtin ist:

wenn du gehst, gehst du nicht,
dein schritt hat das federnde
des hier bleibens, licht,
das wenn nicht, doch das wehende.

dein musenmund, wenn ich ihn zuckend,
zuckrig fülle mit der sprachen zunge.
wie die imaginierten tiere ruckend
gehen wir aus der einatmenden lunge,

trinken aus von uns geleerten flaschen
die flut von wein und weinen,
wenn wir uns verlassen.

ein schulterschluss ist das umbeinen,
in das wir unser lied entlassen,
um bahngestiegenem die stufen zu vereinen.

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