schlummer-filet_18

sie sah aus braunen augen meertiefgrün herüber, blinzelte keckisch, dass ich bedeutung sah und versprechen. aber sie versprach nichts, sie sah hernieder und auf, sie trug die tasche mit dem picknick aus piroga, gurken und erbeermund und mich zum see. da lagen wir einverstanden im sand, und als regen kam, im störrischen gras unter den bäumen. eingemäldelegtesiedennacktenarm unter ihren liegenden kopf. ich küsste wild gepostet drauf, sie wild zurück und biss mich zart. doch halt! es geht ein sanfter wind darüber, über diese szene, ein hauch nur, ein erahnen aus all dem vergessenen empor. sie ging mit mädchenhainen übers haar und mein gesicht. und dann am abend über meine tief gebeugten rücken. sie bog sich hin. und hand war wärme, tasten, dichten, fingerspiel. mein federspiel darauf aus meinem mund an ihrem ohr, an sie gekitzelt, eingesenkt in ihre tiefe. ich sah aus braunen augen an sie, wie sie lag, den arm unter ihren kopf gelegt, das haar, ein bisschen störrisch schwarz, ich fühlt’s im griff, der wild sein sollte, sanft wurde. pocahontas fragt, ob wir nicht so privat am strand ein öffentliches ärgernis erregten. anregten welche, die stramm in ihren badehosen stehen wie einst ich, blickend gespielt weit auf die weite des meers und sehnend doch dem ufer. oder wie wir imaginierten, wie wir uns verhielten, liebende, auf der insel felsenburg im see. aber sie schnitzelt den knoblauch, die gurke, die geste, das mort’a’dellende fleisch in die suppe, wo schon rote beete schwellen. was sie kocht, ist erogen. sie sagt und greift den schalltknüppel auf dem heimweg im auto so deutlich, dass ich mich meiner versteifung nicht schäme. sie sieht aus braunen augen meertiefgrün mich an, während ihre roten beete ich erforsche. ihr auge bricht kurz, sie ist bei sich und ich bei ihr. sie wedelt mädchenwild die arme, will so nicht aufgenommen werden. und doch. sie senkt die arme, rezitiert. sie klingt jetzt, ich lausche. der klang der fremden sprache, so vertraut. wir wechseln worte zwischen sprachen und hände zwischen uns’ren taten. wir gehen aus, wir gehen ein, und dann dazwischen. dahin, wo wir nur vermeintlich nicht sind gegenwart, doch erinnern und ersehnen, vergangenheiten und die zugekünfteten. sie telefoniert – frauen können zwei sachen gleichzeitig machen – und werkt. und merkt: ich bin schon trunken, werde lüstern oder umgekehrt. sie legt auf, hebt ab, sie geht auf, sie geht ab. ich ankomme in drei großen schüben: ich sehe, ich denke, ich sage.

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