an mnemosyne

wer wenn nicht du, die fand mich im gleichmut der worte,
wer wenn nicht ich, sie von ferner noch euch und mir dichtend?
wer aber wäre der hüter des worts, das sich abzweigt,
wer sein hörer unter den schafen, die weiden
auf grünerem grund, fräßen die silben wie gräser?
wer also wären wir, die einträchtig lauschen?

trunk’ner als ich war nie eine nacht all den dichtern,
versunkener auch nicht – vielmehr gegenwärt’ges erbarmen.
und zuckend die glieder, wenn sie sich ihres erhörten,
ein krampf also in allen liedern, den schlagern die schläge
so schräge erhofft, dass auch sie noch sängen sie wieder,
die eu’re zumal, doch unsere niemals gewesen.

denn unseres singen verstummt schon an jeglicher silbe,
die es sich und euren gesängen geraunt und gewispert.
sängen wir vorwärts, das rückwärts wäre schon drin,
und darin ein hin und auch weg unseren schüchternen versen.
wir wären und waren und werden und bleiben verzichtbar,
ein abraum, vergehen, der nachklang, verwehen: – ein wort.

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