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im glas des fensters rechts der balkon / auf den nie einer tritt, keine blätter gesehen / außer in die sonnenbrille blinzelnd; links: / wie du blühst, stille frucht / leib. das brot ist voll / kornknirscht am morgen, frisch noch / beim schnitt, erinnert das geräusch des / mähdreschers, wenn er die halme legt // im heu noch das gras / öffnet die fenster / dass wir entwichen / heimlich die heimchen zirpen oder / eine straßenbahn fährt vorbei // station auf die zwölf / haltestelle ich den wecker auf fünfzwanzig / bilde mir den morgen, an dem du / schon erwachtest.

gedichte, sagst du, seien wie sekt. was wir aber brauchen, sagst du, sind zwei liter selters am tag.

mit dem glas in die fenster der fenster / geschaut damals / gelauscht den (ge-) räuschen der liebe, an die wände gepresst // es scheint, sagte ich, als sprache und schwirren, schwitzen wie insekten / ich hatte den kolben am pleuel / zündschnur an den kerzen / schwor dem herzen / reimte die rimshots // und die mädchen warfen die haare zurück / im sturz der geisterbahnen // senkten den kopf und lächelten / wie jetzt du / entsatz im fenster / im glas vorm balkon.

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