winterreise revisited 11

11 die sehnsucht nach dem sommer

dein mild verschattetes gesicht
am breit gekrempeten gehüt
aus trock’nem stroh: an dir verzicht
und in mir weh, dir doch verliebt.

und wie in tiefe see’n wir tauchten,
geschwister unter trübem wasser.
wir waren die uns und verbrauchten,
ein piewarm, und das herz verlasser.

denn was ist in der kinder köpfen,
was gilt der vers im anderland?
was könnten wir aus solchem schöpfen
und wären fortgang an den rand?

der sommer kommt, der winter geht,
die blüten noch sind uns nicht blühend.
wie wintersturm uns beiden weht,
ist sein ein an und für sich glühend.

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