ode an die liebe

liebe ist ein unbedingtes,
daher göttlich ding, vom himmel
uns auf trübe erd’ gewinktes
mitten in all das gewimmel,
das uns fernt von uns’rer mitte.
liebe bringt uns jene wieder,
die verloren schien auf wippe,
wo wir schwankten schwer und bieder.

liebe sagt nichts, will nur fühlen,
worte sind nicht ihr im sinn.
ihre lippen sind zum wühlen
in dem, was du bist, ich bin.
aber liebe weiß von schwüren,
lispelt sie so sanft ins ohr,
wieder schlägt sie saiten lyren,
weiß die melodie zuvor.

liebe singt von hoffnung, glauben,
balanciert die heimat, trebe.
beide birgt sie in den lauben,
rankend zwischen blüt’ und rebe.
liebe geht, wenn sie gekommen,
weht, wohin sie uns geführt,
heimlich wächst, wo sie geronnen,
offenbar und jetzt durchfühlt.

liebe ist moment, nicht ewig,
ewig wird sie im moment.
liebe ist beginn, beschädigt,
anfang ist ihr fehlend’ end’.
hoffnung also und versuch,
immer wieder sie zu wagen.
liebe ist ein zärtlich fluch,
folgend ihm sind wir ihr fragen.

Dieser Beitrag wurde unter lyra larynga, lyrik, poeM veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.