geräusch des miteinander schlafens

wie singen wir im letzten akt,
dem dritten der komödie,
in der tragödie fünftem
gemeinsamen orgasmus?
wie klingen wir, die schlafen
sich aneinander zu in eins?

du dichtest und ich dichte
uns dazu die partitur.
choräle oder lieber sinfonien,
walzer aufeinander oder tango im
enjambement? üben wir nur stellungen
oder auch rhetorische figuren?

wie reden wir von liebe,
die wir machen, bei der wir lachen
und kaum ein’n gag hernach versäumen?
können wir das lippentasten, zarte,
als worterfindungen verbuchen,
dies leise lispeln, unerhört?

ich würde manches hier zitieren,
was du gestöhnt, mich wirr gemacht.
ich spar’ es aus, denn uns’re liebe
braucht neue sprache:
viel wissend’, noch mehr fühlende,
silbenfall von fall zu dir verfallen.

moon mo(u)rning

ich schau dich an, membrane deiner haut,
in augen die so sehnen, flackern auch,
und senken schüchtern dann die lider,
wenn beide wir nach worten suchen
für das, was eben sich ereignet,
als wir ins miteinander schliefen.

erinn’re ewig unser „erstes mal“.
da sangst du sanft und sprachst mir dann
ins ohr so süßes, kämmtest mir das haar
und küsstest, es sei weich.
und ich in komparaleviten über deines.
so schallen wir, uns still beschlafend, hin in poesie.

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