von den widersprüchen

„die widersprüche sind die hoffnungen“ (b. brecht)
„unter den liebenden gibt es kein gesetz“ (einstürzende neubauten)

die liebe ist ein widerspruch
zwischen zweien in distanz und nähe.
denn liebe ist versuch
zwischen wohl und wehe.

und wo wir worte für sie finden,
sind sie nur zart geflüstert,
ein weg in wirbelnd winden,
stürmen schon vorab verschwistert.

wo weht das hin, mit welchem hauch
sind weit gespannte segel
gebläht vom atem, und im bauch,
die falter flatternd welcher regel?

wo fährt das schiff, das mich gebracht
zu dir, von dir, welch’ widerspruch,
ach, wäre zwischen beiden, die gelacht,
beweinten auch den frühen bruch?

in welchem felde reifen uns’re ähren,
in welchem haine hall’n die stimmen
wider, und wohin werden wir vermehren,
was bleibt von leichterem beginnen?

wir bleiben betend hoffende
mitten in dem widerspruch und -wort.
denn gerade dort ist’s offene,
das uns’rer lieb’ erschafft den ort.

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