führen ohne zu befehlen (1)

ich kann dich nur führen | wenn du mir nicht folgst | du befiehlst mir | dir nicht zu gehorchen | tröstend ohne mitzuleiden | denn mitleid ist kein trost | weil er wiedertröstung fordert

wenn man einen satz umkehrt | und er ist trotzdem wahr | wenn das so „aufploppt“ | mit all der plötzlichkeit | spritzt die hoffnung | aus den widersprüchen | von glaube und liebe

aber ich kümmere mich doch | ich schreib ihr schöne gedichte | die besten | wie ich sie erst jetzt kann | aber einer gedichte schreiben | ist nicht kümmern | allenfalls bekümmernis | ins material

als wär’ da ein fernes feuerwerk | ganz nah in uns’ren herzen | scheiß auf sand unterm pflasterstrand | und den halbnackten füßchen | im sommer | in der großen stadt | auf den trottoirs | wir stöckeln höher drüber | pflaster an den wunden fersen

und nämlich den seelen | zwischen der kunst | die nach brot geht | schmiere ich mir | your naughty nectars | mit biegsam soul | swingendem messer | auf eben diese trock’ne stulle | das nenn’ ich gedicht

ich befehle mir | mäßigung | folge ihr aber nicht | die worte sind zu süß | candid candys | ihnen zu widerstehen | es sei denn im sauren | uns’rer säfte | blut | schweiß | und

ja | tränen | salzig schmeckt meine stadt | nach ihnen der vielen | denen wir folgen und nie | befehlen | denn wir wollen sanfte sein | süßwassermatrosen revoltierend

denen sagt man | und flüstert frau nach | ich war | ich bin | ich werde | bei dir | sein | führend ohne folgen

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