Di, 25.02.2020, 21:37

Sch(l)ummrig bin ich durch die ständige Tagesmüdigkeit mitten am Tag. Zwischenzustand, Wachträume. Ich schweife ab, das Gewebe der Gedanken löst sich auf zu einzelnen unverbundenen Fäden. Eine Sehnsucht ohne Ziel, fast ein Rausch. Ich halte mich dann kurz an einem Gedanken an SIE fest. Obwohl es eigentlich kein Gedanke ist, sondern ein Gefühl. Ich bin dann nämlich eigentlich gedankenlos. Oder dieser Gedanke: Gefühle sind unstrukturierte, sch(l)ummrige Gedanken. So nehme ich es wahr. Ein wenig beunruhigend ist, dass sich solche Gedankengefühle – naturgemäß – nur sehr schwer beschreiben lassen. Snapshots in Text wirken umso konstruierter (und unauthentischer), als das Sch(l)ummrige ohne Struktur ist. Meine Versuche, den stream of consciousness festzuhalten, abzubilden, scheitern oder führen allenfalls zu Sentenzen wie „Ströme reißen mich nur mit, keiner bin ich.“ Ich fühle mich dem Sehnsuchtsstrom ausgeliefert – aber das ist ein gutes Gefühl. Besonders, wenn ich mich nach IHR sehne. Das ist Schmerz, der gut tut. So wie Melancholie eine angenehme Traurigkeit ist. Früher hätte ich gesagt, das fühlt sich gut an, weil es kreativ macht. Das ist Unsinn. Denn die Sch(l)ummrigkeit ist eine Verweigerungshaltung.

>> 25.02.2010
>> 25.02.2000
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