Klavki: Meine Stadt

Meine Stadt schmeckt salzig.
Selbst die Toten riechen hier nach Meer.
Meine Stadt schmeckt salzig.
Und am Himmel:
Weiße Bojen.
Ein Fahnen-Vorbei.
Fusseliges Himmelsplankton. Die Wolken
betten sich
in ihrer Ortslosigkeit.
Aber in meiner Stadt
leben Götter aus Honig
Fremde und Freunde
und nie
hat jemand unsere Geschichte
zu Ende erzählt,
jedesmal
inmitten unserer Worte –
ein Loch,
eine Schlinge von Sinn –
vielleicht
unser Name …

Meine Stadt hat Raum
für Wurzeln
des Wassers,
hier
zerlegen wir noch
den Regenbogen –
meine Stadt
und ich höre
jemanden auf der Straße sagen:
ich will Sand
nicht Öl
im Getriebe der Welt sein.
Ich erinnere
dein Flüstern erinnere ich
dass ich aus Zeitungen
Gedichte schnitt
ich schnitt ich schnitt
machte aus den Meldungen
ein Loch ohne Ereignis:
Denn hier in meiner Stadt
sind wir
das Neuste vom Tage
und könnte man Tasten
drunter schieben
wäre es vielleicht
ein Lied …

Klavki: Meine Stadt (gesprochen von Stefan Pohl) by oegyr

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1 Response to Klavki: Meine Stadt

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