du wilde weiche

du bist das wilde
und auch weiche,
du bist so sexy,
und auch sanft

streichst du mir heimlich
über mein haar,
du wölfin,
du weiche.

und geht mein zag’ und zug
am abendmahlabschied,
pingt bald mein handy,
und ich hebe die hände.

ich gebe nicht auf,
doch mich hin.
in all’ meinem lauf
zu dir ich rinn’,

spanne und spinn’
den bogen als brücke;
in liebes sinnlichem sinn
dicht’ ich meine sprüche.

der zug rattert und rettet
die eisernen weichen.
ich hab’ sie gebettet
aufs kommen und bleiben.

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das sanfte

nicht fordern,
doch verzichten,
nicht bordern,
doch berichten:

du nackt,
am gestade,
du lachst
im bade,

welches dir
die beste seite,
drehst dich
zu mir hin.

ich bin begeistert,
träume in den megapixeln
des fotografen,
dasselbe blut

in meinen adern,
brodelnd in kadrierung.
du stehst nackt
im schatten, leuchtend

deine haut
in bäumen.
du bist das sanfte,
das mir währt.

und meine
nackte nacht:
berührst du, was so flink.
ich werde in dir bleiben.

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wie du deine hand

wie du deine hand
wie zufällig meine berührst.
du wolltest flashen,
schon in zwei zügen schachmatt

ich, als ich dir zusah,
das weiß deines lächelns,
deiner snaperotischen haut.
oder im stechenden stroh

wie bienen sektar sammelnd
in deinen errötenden blüten
und buchten, wo nur wir
sind wasser, stein und himmel.

die insel also,
von und zur wir flohen,
wirr all die schmetterlinge
am rain.

nach hundert meter meer
bleiben sie zurück,
trauen uns ’s aber zu,
dass wir häfen fänden.

und deine sanft errigierte
stimme zwischen halmen,
durch die ich dich sauge,
dein de la motte moon.

du singst, du legtest dich
und bliebest liegen,
dass ich erschnupp’re dich
in stiller ruh’, dem lieben.

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farbspiel

braun sind die felder,
rot meine haut (wie indianer) –
und deine lippen und nägel.

golden (fast schon) die ähren im sommerwind
und dein haar im widerschein
wie das deines kindes;

der mond nicht zuletzt,
wenn er leuchtet mir
wie eh den weg in den himmel,

auch nachts noch immer so blau
wie das and’re gewölbe,
grün über mir, der bäume

im vollen saft – und auch
die hoffnung, so heißt es,
nach all jenen schwarzen wintern.

und welche farb’ hat
jetzt meine liebe?
sie schien schon ergraut;

nun schillernd im gegenlicht
hat sie alle des regenbogens.
gießt man sie zusammen,

ist’s brücke,
beschreitbar
zu bräutlichem weiß.

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in den feldern

wie wir einschlummern mit sekt und selters –
und gras, in dem wir lagen am feldrain,
in uns perlend die blüten und flügelnd
schmetterlinge um uns rum – jetzt wieder in der stadt.

((ein falter an meinem schreiblicht,
verwirrter vom schein. ich greife ihn sanft,
entlasse das tier, flatternd in meiner hand,
zärtlich in die nacht, weht davon …
))

und die räder lagen unbewegt,
gleich wieder kreiselnd auf den feldpfaden.
neben uns der noch nicht hohe mais,
wie wir bemerkten, selbst wachsend.

und die hasen, mit langen ohren
ragend aus der gerste. sie hoppeln,
sie eilen, sie rasen wie wir
an den rändern des abgrunds,

fluchttiere wie wir; in selbe richtung,
auf den hof zu, wo die pferde,
mit den hufen im trog, fressen,
malmen heu und stroh.

wir aber (ohne jedes manchmal aber) blinzelten
in uns zuneigende sommermädchensonne.
wie es damals war, wird’s noch wieder:
einst wir verbunden und flüsternde im knick.

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vom sagen und schweigen

wie ich nicht alles verschweige,
sage ich auch nicht alles. dagegen:
indem ich nichts verschweige,
sage ich alles.

und indem ich nichts sage,
verschweige ich alles.
ich stumme meine sehnsucht,
die flut der anbetung,

berühre dich nicht,
nur meine worte
schüren noch das feuer,
und ich werde sein löscher.

ich aber brenne lichterloh
an drei enden der kerze,
die ich dir entzündete:
mein inferno der fülle.

und doch bin ich wasser,
dir fließend: das meer, der see,
die flut an deine küste
brandend, das wilde. das zarte,

wenn weich die sommer
und himmel, luftig schwebende wolken,
heimwegs lächelst, du sonne,
dein licht deinem moon.

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moon’s (e)motion

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händchen halten

so nimm dann meine hände,
ich führe sie und dich.
ich leg’ sie nieder unbewegt
auf deine lippen, haut.

ich senke meine finger
tief in dich, so vertraut,
und hör’ dich singen,
fühlt’ dein so erbeben.

ich zeige dir den einen finger,
wend’ an’dren in dir an.
ich bin das herz, der weg,
das beben, das in dir ist angefang.

ich reiche dir die hand
und bete, falte finger am altar,
dass du sie nähmest, meine hände
in deine warmen immerdar.

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the making of die vier jahreszeiten eines ganz bestimmten mädchens

die vier jahreszeiten eines ganz bestimmten mädchens

was ist ein sommermädchen?
eines so wie du: verzagt,
so hadernd, dass selbst wenn ich sang vorm balkon
„only you“, du mir nicht hast geglaubt.

was ist ein wintermädchen?
in schneiend nacht sie sprach von liebe,
sandte fotos, mich ertau(b)end.
wir waren wie die dieb’ dem taugewitter verweht.

was wär’ ein herbstmädchen
mit blätterfall, fühlt sich verwelkt?
ich les’ ihr nach gefall’ne blüten,
und zähl’ ihr auf ein jedes blatt,

das blieb, noch grünend, an dem birkenstamm,
der mein frühlingsmädchen, wie gott ihn schuf, umtanzt.
es halte ein in spalte dann,
was rinnt zu früh mir ewig weg und wann?

ja, wann wird’s ende ausgesetzt im lispelschwarm?

„Jenen, die Gott lieben, muss auch ihr Betrüben lauter Zucker sein …”
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das ver[sch]winde[l]n

indem ich bin, was ich bin,
entwerfe ich auch,
was ich für dich bin,
davon unabhängig,
indem ich anhängig dir bin,
ein schwindelnd verschwinden.

denn ich bin, sagst du, „zu zart“
für das geheimnis des kommens,
mehr noch das des gehens –
mit meinen schuhen im treppenhaus
plötzlich ganz allein,
durchs geöffnete fenster
dringt licht, strahlt mich an
wie eben noch dein lächeln
zum abschied.
du schlosst schon die tür.

das sehnen, das warten,
das sich verzehren.
das warten auf den zug –
hin und her.
das sitzen, zittern, singen
auf den wegen, die fröhliche erwartung.
das gewesen sein und sein und werden,
das die bahnhöfe zählen bis zu und von dir
und die minuten, vorher tage, stunden.
vormals ganz die jahre.

und dann du, hebst die arme
in den sommer, rasierte achseln,
damit ich die feuchte dort,
dich da riechen und schmecken kann.

die leidenschaft,
vier jahrzehnte gezüchtet,
verdichtet, gesteigert
im solo eines bassisten,
der die saiten schlägt und
streichelt, der den ton
achtet wie das ereignis,
eine sexzehntel note,
wenn du die lider aufschlägst und
schaust mich an.

„na?“, sagst du dann,
ich in völligem erstaunen sprachlos.
die annäherung intensiver fühlend
als die nähe, die ferne
umso fremder.
mich aufgehoben fühlen
in eben solchem spalt,
erweitert, erleichtert.
und dann stehen, streben,
aufrecht sein und mit dir gehen.

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