Do, 26.03.2020, 08:16

shutdown day 7

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Mi, 25.03.2020, 12:07

shutdown day 6

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Di, 24.03.2020, 18:02

In der Isolation ergibt sich trotz Leere gefühlte Fülle, statt Ruhe das Gefühl der Überforderung. Keine Zeit, keine Zeit, und die rast. Schon ist wieder Abend, die Struktur wird wacklig, unscharf, verschwimmt. Der ständig laufende Corona-Ticker. Eins mag nichts versäumen, bekommt aber gerade dadurch nichts wirklich mit, wird unkonzentriert und fahrig. Paradoxien alldieweil. Dagegen hilft nur Schreibpause und währenddessen Materialsammlung, Zettelkasten für später. Material kommt rein, das erst sortiert werden muss, nur sortiert, nicht gleich verstoffwechselt in Text.

shutdown day 5

>> 24.03.2010
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Mo, 23.03.2020, 19:26

Zwischen- und Leerräume, Pausen. Zeiten, in denen nichts passiert. Und doch ganz viel passiert in der Fuge zwischen eben und gleich. Mir fällt das zufällig auf, während ich auf tagesschau24 in Schleife die Nachrichten schaue, um gerade im Shutdown das Gefühl von Aktualität und „am Puls der Zeit Sein“ zu haben. Eben sind die 17-Uhr-Nachrichten vorbei, das Studio-Licht dimmt herunter, und der Nachrichtensprecher verlässt das Pult mit so einem mondänen Flanierschritt und grüßt die Nachrichtensprecherin, die in ablöst und von links die Bühne betritt, als würde er den Hut ziehen. In Corona-Zeiten halten sie vorbildlich Sicherheitsabstand. Kurz sprechen sie miteinander, aber eins hört nicht, was; im Off loopt nur der Tagesschau-Jingle. Auf der Projektionsfläche im Hintergrund erscheint ein landender Jet, während der Sprecher nach links abgeht, dann Eisberge, Geigen, ein Fußball … Die Kamera schwebt wie schwerelos durch den Raum und zoomt sehr ruhig etwas näher an die Sprecherin heran, dennoch Verharren in der Totale. Die Sprecherin streicht sich Kleid und Haare glatt und tippt etwas auf dem Touchscreen vor sich. Die Kamera schaut leicht hinter den News-Desk. Die Sprecherin trägt Pumps. Dann gehen die Scheinwerfer an, und die Sprecherin stellt sich auf. Während dieser Momente des Dazwischen läuft der Nachrichtenticker am unteren Bildrand. Nachrichten, die gleich gesprochen werden. Die stille Gleichgültigkeit des Dazwischen gegenüber dem kontinuierlichen Fortgang.

>> 23.03.2010
>> 23.03.2000
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So, 22.03.2020, 18:17

Leicht erschreckender Gedanke morgens beim Aufstehen: Das ist hier keine ephemere Krise und nichts Vorübergehendes, sondern ein grundsätzlicher Wandel – Paradigmenwechsel. Ich hab’s mit Weltuntergängen (aus denen ja Aufgänge folgen). Und wo Beteigeuze offenbar nun doch nicht super-nova-explodiert, ist auch das hier jetzt willkommen. Und meine Aufgabe ist, „Seismograf“ der allgemeinen, vor allem aber der eigenen Erschütterung zu sein.

Dazu finde ich einiges in den Medien: Im Podcast „sexy & bodenständig“ von und mit Till Raether und Alena Schröder, Episode 23: „Schreiben im Shutdown“, heißt es sinngemäß (so notierte ich es mir): „Probleme, die man sowieso schon hat, potenzieren sich jetzt.“ In der heutigen Sendung von „ttt – titel thesen temperamente“ wird Leif Randt zu seinem Roman „Allegro Pastell“ interviewt. Im Hinblick auf das Wegbrechen einer alten Welt (nicht nur) in der jetzigen Krise spricht er über die zukünftige Rückschau auf die Krise von – und solche Worte teasen mich – „vorauseilender Wehmut“.

Ich also vorauseilend wehmütiger Seismograf des Stillstands, den ich schon länger (wenn nicht schon ganz, ganz lange) innerlich empfinde und der jetzt auch draußen ist. Wie bildet eins das ab? Gefängnis-meiner-selbst-Metapher passt immer, und so sind es die Mauer des Hauses, in dem ich „locked in“ bin, mit Schatten-Selfie vor dem gerade von der Frühlingssonne kurz beleuchteten Feuermelder und Strukturen mit „Lichtgittern“ (Wort, das ich früher öfter benutzte), die sich schattiert verdichten, auf dem Spazierweg.

>> 22.03.2010
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Sa, 21.03.2020, 18:45

#Alltagnegativbetrachtet: Baustelle wiedererrichtet (nach mehr als 18 Monaten Brache) und gleich wieder pandemisch verwaist.

>> 21.03.2010
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Fr, 20.03.2020, 21:17

Angesichts der Losung „#staythefuckhome“ und der Leere draußen in den Straßen habe ich ein ständiges Sonntagsgefühl – oder Weihnachts- und Zwischen-den-Jahren-Gefühl mit Familien-TV-Vierteiler „Zwei Jahre Ferien“. Ferner denke ich an den Unterschied zwischen Sonntags- und Samstagsgefühl der jeweiligen Nachmittage in meiner Jugend. Sonntagnachmittag trug immer schon die Androhung des Montags in sich, also baldiger Wiederbelebtheit, während der Samstagnachmittag noch die Verheißung eines ganzen weiteren so genannt freien Tages barg. Insofern passt für die Tage jetzt „Sonntagsgefühl“ besser, weil es die Unruhe und Ungewissheit der nahen Zukunft enthält.

Überdies ist jetzt die autoritäre äußere Struktur da, von der ich am 11.03. sprach, insofern auch ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Ordnung in all dem Chaos (in mir und meinerselbst). Und doch der Zweifel, ob ich „auf der richtigen Seite“ bin. Zumal die Propaganda (so empfinde ich die Appelle und Verhaltensempfehlungen, auch die „guten“) bei mir das Gefühl triggert, ich sei schlecht, überflüssig, schädlich und müsse daher am besten zuhause und weg bleiben, nicht dazwischenpfuschen, wo „die Held*innen des Alltags“ gerade die Welt retten. Dies Gefühl liegt (mir) insofern nahe, als die Propaganda jede*n als potentielle*n Virus-Träger*in und damit Gefahr für die Allgemeinheit zeichnet. Solche Schuhe, nicht nur unwert, sondern auch noch schädlich zu sein, ziehe ich mir besonders gern an, weil sie mir wie maßgeschneidert erscheinen. Dauernd belaste ich irgendein System, entweder indem ich eventuell das Virus weitergebe, indem ich einkaufe (auch etwas, was knapp wird, anstatt es anderen zu überlassen) und jetzt auch noch, indem ich im Netz Filme herunterlade, wodurch es so überlastet ist, dass heute nach Netflix auch Youtube die Streaming-Bandbreite drosselt – wegen so Unverantwortlicher wie mir.

So möchte ich nicht nur „fuckinghome“ bleiben, sondern am liebsten ganz verschwinden, zumindest unsichtbar werden. Daher und auch „zeitweilig taktisch vorübergehend in der Defensive“ sowie wegen Sprachlosigkeit und -skepsis (noch mehr als sonst ohnehin) die vergangenen 4 shutdown-d.days vom 15. bis 18.03.

Heute das erste Mal wieder weniger unwillig hier ins di.gi.arium geschrieben, dennoch den ganzen Tag damit gehadert.

>> 20.03.2010
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Do, 19.03.2020, 19:52

C. trägt mir einen literaturtheoretischen Text vor. Ich assoziiere frei dazu und verliere dabei den Faden. Ich wirke auf sie unkonzentriert.

#Alltagnegativbetrachtet: „white house gardening 2.0 / snowwhite’s greenhouse effect“

>> 19.03.2010
>> 19.03.2000
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Mi, 18.03.2020, 18:17

shutdown day 4

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Di, 17.03.2020, 22:12

shutdown day 3

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