das ver[sch]winde[l]n

indem ich bin, was ich bin,
entwerfe ich auch,
was ich für dich bin,
davon unabhängig,
indem ich anhängig dir bin,
ein schwindelnd verschwinden.

denn ich bin, sagst du, „zu zart“
für das geheimnis des kommens,
mehr noch das des gehens –
mit meinen schuhen im treppenhaus
plötzlich ganz allein,
durchs geöffnete fenster
dringt licht, strahlt mich an
wie eben noch dein lächeln
zum abschied.
du schlosst schon die tür.

das sehnen, das warten,
das sich verzehren.
das warten auf den zug –
hin und her.
das sitzen, zittern, singen
auf den wegen, die fröhliche erwartung.
das gewesen sein und sein und werden,
das die bahnhöfe zählen bis zu und von dir
und die minuten, vorher tage, stunden.
vormals ganz die jahre.

und dann du, hebst die arme
in den sommer, rasierte achseln,
damit ich die feuchte dort,
dich da riechen und schmecken kann.

die leidenschaft,
vier jahrzehnte gezüchtet,
verdichtet, gesteigert
im solo eines bassisten,
der die saiten schlägt und
streichelt, der den ton
achtet wie das ereignis,
eine sexzehntel note,
wenn du die lider aufschlägst und
schaust mich an.

„na?“, sagst du dann,
ich in völligem erstaunen sprachlos.
die annäherung intensiver fühlend
als die nähe, die ferne
umso fremder.
mich aufgehoben fühlen
in eben solchem spalt,
erweitert, erleichtert.
und dann stehen, streben,
aufrecht sein und mit dir gehen.

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