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give me five! (vibes)

die dichter lohnen
sich das verschonen
von wirklichkeit und welt
mit versen und dem wort,
das sie vernetzen an den and’ren ort.

verschwinden oder lieber
gleich sich ganz verschwindeln
in kopf- und nachgeburt?
nein, sich endlich doch entwindeln,
und nicht mehr sein, was mit den worten hurt.

was aber befriedet den wald,
wenn nicht seine bäume?
was nicht die blüte,
der die biene, verzweifelt,
am nektar saugt?

was wäre „deeper“
als genau diese oberflächlichkeit?
ich wag’s zu fragen:
was wäre ehrlicher als diese
lüge und wie würde ich hindurch dich führen?

als würde man statt all der fragen
antgewortetes nun doch ertragen,
oder er bliebe wie in der liebe
doch weiter bei dem wartend wagen,
als wär’, was nun nicht ist, eigen schon dem diebe.

(180918 / mo@ma)

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„aufforderung zum“ tanz

„du bist die tänzerin im sturm / du bist ein kind auf dünnem eis / du schmeißt mit liebe nur so um dich / und immer triffst du mich.“ (ulla meinecke)

ich forderte dich auf:
inzwischen weiß ich, dass ich mag,
was wär’ der neu erwachten nacht der tag,
du gingst in ihr auch mit mir aus.

du bist die tänzerin, ich choreograf,
ich leit’ dich an als hirte
als dein brünettes schaf,
ich bin dir häuslich unter deiner schürze.

du siehst und hörst mich an:
ich war, ich bin, ich werde sein – auf heide.
doch jetzt mein nuckeln an verglimmtem halm,
den ich in dir erleide:

das ist mein weh, wie ich’s erwähne:
es ist des leidens unbefang’,
das nichts dir nachgefraget: wann?!
es ist, was ich mir dir erschämte.

so ist das alles sehnen,
verdichtet jetzt und allzumal,
dein mich im chat dann doch erwähnen
und was ich schrieb dir, ach, so schmal …

(180916, @m)

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das rote kleid

das rote kleid, ein einzig während wunder,
und deine hand, so zart an deiner hüfte.
wär’ ich mit roten rosen auch dein kund’ger,
ich wäre liebesam dein in die klüfte.

das rote kleid und seine wallend rüschen,
der stoff, der deine nackte haut verbarg.
er fiel hinab zu deinen schönen füßen
und war, was ich nicht zu entblättern wag’.

das rote kleid so lang wie himmelsbeer,
es sagt verzagt ein „rühre mich nicht an“.
es bleibet kurz, wo ich es so begehr’

und macht, als wär’ es anfang und begann
mir heiter, der ich dichtend dich ersehne
und darin sich als halbgekunst erwähne.

Collagen von Uta Kathleen Kalthoff: www.uta-kalthoff.de

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cute.cropped.text

hirte
schürze
würze
bitte

naseweiß
geruch
tuch
nach schweiß

schafe
lämmer
im dämmer
schlafe

glocken
seide
weide
locken

im gras
blütenkränze
um deine grenze
wer war’s?

wer gewoben
verletzte
netze
in dir droben?

— xxx —

weide
tief
schlief
scheide

wo der pfeffer
wächst
text
kommt der kläffer

bergamotte
zitronen
dort wohnen
untergang der flotte

meere
wüste
küste
buchtschwere

schilf
im boot
verbot
milf

mädchen
röckchen
sneaker-söckchen
lädchen

— zzz! —

lacrimosa
graf
schlaf,
mariposa!

wein, weib
und gesang
begann
dein leib

zu weinen
tränen
unter schwänen
und umbeinen

dirndl
traum
brustraum
schwindel

einsam
zwei
derweil
heimwarm

eins
zwei
einerlei
dein’s

(180903, @m)

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the (bonded) poet who loves you

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the j.oys

„du wollest dem feinde nicht geben die seele deiner turteltauben“ (bwv 71)

du kleiner großer,
wie ich versunken,
kämpfst gegen die langeweile
des lebens.

du großer kleiner,
wie ich winzig,
mir selbst du sohn,
uns langweilt das weben.

aber da sind die mütter,
die frauen am anfang
und ende, sie sorgen
sich um uns

am schweren schalter
und „dein alter sei wie deine jugend“,
ihre und uns’re,
denn zeit schreitet tröstlich langsam.

geduld müssen wir haben,
alter mann und jünger,
seither in die zukunft.
wir sind in gegenwart vergangen.

aber dein spiel mit dem kreisel,
ich kann ihm kaum folgen,
außer im riesenrad meiner verse.
du reitest das rad, ich staune.

und wenn du lachst,
lache ich auch, wenn du denkst,
ich mit dir, kleiner bruder.
und folge deinem pfad.

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der hemdwechsel

(„… öfter als die schuhe die länder wechselnd …“, b. brecht: „an die nachgeborenen“)

(„… ich bin nicht gern, wo ich herkomme. / ich bin nicht gern, wo ich hinfahre. / warum sehe ich den radwechsel / mit ungeduld?“, b. brecht: „der radwechsel“)

ich dusche mich nunmehr täglich
(seit geraumer zeit),
obwohl ich das selbst nicht für notwendig achte.
und wechsle jeden morgen das hemd.
nur meine wohnung,
in der ich nicht eigentlich wohne,
säubere ich noch zu selten
für unerwartete besuche.
man fragt mich: wie lange
willst du das provisorium
noch aufrecht erhalten?
und wechsle dennoch am morgen das hemd.

warum sehe ich
den fragen mit ernst entgegen?

ich achte auf mich,
so wie mir befohlen,
und dennoch ereilt mich achtung nicht.
befiehl mir, und ich gehorche,
es sei denn, ich soll nicht gehorchen.
und wechsle immer noch morgens das hemd.
verwechsle die feindschaft mit freundschaft
und gelte als gutmensch
bei allen.

doch wenn die hemden verbraucht,
wenn alle vorhand’nen
der schweiß der erfüllung
der forderung netzte,
dann leer ist der schrank
und staubig der boden
der wohnung, die ich nicht bewohnte.

und dennoch: am morgen
da wechselt mich das hemd,
da duscht mich die dusche,
da gehorchen mir die befehle.
und ich bin ein feind mir,
ein fremder im sauberen hemd.

(ögyr, 2000)

Veröffentlicht unter d.day - keine nacht für niemand, ögyr's vintage revisited | 1 Kommentar