lebenszeichen

ein zeichen, dass du noch lebst,
wenn es noch schmerzt, das ganze
leben – und überhaupt … wenn du
da irgendwo im innen, obwohl
es der kopf und jede grammatik
verbietet, herz wieder
auf schmerz reimst.

ein zeichen ist’s, dass kein tod
dich vom wort trennen
kann, seinen träumen, vom futur
zwei, brichst du’s auch
quer durch die zeilen und
gibst ihm, den versen, die
sporen. denn jedes wort ist

myzel, die gesamtheit seiner
hymnischen hyphen, wuchernd hinein
in das gesprochene vom leben –
und gleichfalls requiem auf
seine unverstandenheit.
aber du sagest’s und sprachst
von den zeichen, sie lesend.

(170325)

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21.3.kiel

Heute, am Welttag der Poesie, erschien die von Walter Arnold herausgegebene Anthologie „Kiel im Gedicht“. Lesung mit vielen AutorInnen im Literaturhaus Schleswig-Holstein.
Ich trug u.a. folgendes darin veröffentlichtes Gedicht vor: „9.11.kiel“, nachzulesen und zu hören hier.

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ergrünende förde

wir stehen und warten aufs grünen des krauts.
und grinsen, sind cool und entspannt unter gablenz,
der brücke, verschattet, des frühlings, dem haut’s
ins morgen, den waren das selbst ihres warens.

denn rausch ist vergangene form in dem jetzt,
der traum, dass das gestern wie morgen noch wäre.
nur ist es nicht so, wir also im zeit’gen verletzt,
erleichtern damit uns’re tragische schwere.

wir warten an pfeilern und unter den brücken,
sind grauen mit uns wie auch der erlös’,
dass für jenes glück man müsst’ sich nicht bücken

mehr unter des stürmens gewaltig getös’.
dass darum das warten noch wäre ein fortschritt,
denn „fördern an förden“ streift unser’n wortblick.

(für l, l & l, 170316)

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Kreuzweise – Entwurf

Möglicher Wettbewerbsbeitrag hierzu.

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Aulike / Schwarck / Meyer lesen „Von der Musik“

Mitschnitt der Lesung am 7.3.2017 im Café Godot, Kiel:

Teil 1:

Teil 2:

ögyr’s liederliche Lieder hier nochmal mit Direkt-Links in der schwungkunst:

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anderland 15

sonettes unverstand

hallo, ihr leser, ich bin ein sonett.
mein dichter sagt, ich sei die „seine“ form
und damit sei „seit damals“, was ihn rett’t
ins hinten – ehedem – statt in das vorn.

allein, was ich gesagt, sich nicht erschließt
beim lesen meiner verse ins gehör.
dahin hinaus mein alzgeheimnis schießt
und reimt, doch schwört darauf nicht, dass ich schwör’.

ich bin also ein bisschen immer lüge
im vorerst unverstand’nen einverstand.
ich breite dennoch meiner federn flügel,

auf dass mein dichter mich noch einmal lese
und korrigierte meiner küsten land
auf seiner karte, über der er schwebte.

(170303)

anderland 14

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anderland 14

hände in den taschen

hände in den taschen
und dann so westwärts gehen,
wo cowboyz stehen
live auf einer bühne:

hände in den taschen,
lässig und nicht flehen,
einfach singen und verstehen
ohne schuld und sühne.

hände aus den taschen,
kurz gebiss’ne nägel zählen,
denn fünf finger hat die hand

und nochmal fünf mit jedem zeh,
nackt am richt’gen platz;
so tut es gut und nicht mehr weh.

(170228)

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anderland 13

alliteration an a

Man kann dich auch von hinten lesen, und du, du / Herrlichste von allen, du bist von hinten wie von vorne: …“ (Kurt Schwitters)

ach, wie ahnt’ ich’s schon am anfang,
als du sahst aus deinen augen an
mich, ratend, was aus manchem mahnte:
„noli me tangere!“

allein, an dir das anverwandte
zog mich an und zagt’ zalandrisch,
zählt jeden anblick allgleich,
wie aale abgesamt haben werden,

an dir zu schlangen angestellt zu sein
als ein futur 2 der anmöglichkeit,
ihr ansinnen traut verhallend.

aber dein anflug landet auf
meinem asphalt und fällt
auf ahornblätter wie ein falter.

(170217)

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anderland 12

auf kurve

jung bist du, alt ich, doch
weiß in nacht ich, was
dich umtreibt: was wie
freiheit und hart chillen.

was ich trau mich nicht, lebst du,
gehst auf kurve, machst auf hart,
bist der chef in deinem leben –
verzweifelt freilich.

wir sind brüder darin,
und der ältere empfiehlt:
sieh dein zuhause,

das mit schnellem internet,
wo herzen schlagen nicht nur mit
’nem „ach“ für dich.

(170211 – für luc.)

anderland 11 | anderland 13 →

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Aulike / Schwarck / Meyer lesen „Von der Liebe“

Mitschnitt der Lesung am 7.2.2017 im Café Godot, Kiel:

Link: „Wie die Lilien“ (1997)

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